👤 Kleinvermieter dominieren den Markt

Pri­va­te Ver­mie­ter sind über­wie­gend kei­ne Groß­in­ves­to­ren. 58 Pro­zent besit­zen ledig­lich eine Woh­nung, wei­te­re 19 Pro­zent zwei Woh­nun­gen. Nur rund 3 Pro­zent ver­fü­gen über mehr als zehn Ein­hei­ten.

Auch die Ein­nah­men fal­len ver­gleichs­wei­se gering aus: Mehr als die Hälf­te aller Ver­mie­ter erzielt weni­ger als 10.000 Euro Brut­to­miet­ein­nah­men pro Jahr. Für vie­le Eigen­tü­mer dient die ver­mie­te­te Immo­bi­lie daher vor allem als Bau­stein der Alters­vor­sor­ge.

⏳ Langfristig statt kurzfristig

Das Durch­schnitts­al­ter pri­va­ter Ver­mie­ter liegt bei 58 Jah­ren. Gleich­zei­tig ver­fü­gen die meis­ten über lang­jäh­ri­ge Erfah­rung: 60 Pro­zent ver­mie­ten bereits seit min­des­tens zehn Jah­ren.

Die­se Erfah­rung prägt auch ihr Han­deln. Ent­schei­dun­gen wer­den meist lang­fris­tig getrof­fen und ori­en­tie­ren sich stär­ker an Sta­bi­li­tät und Wert­erhalt als an kurz­fris­ti­gen Ren­di­te­er­war­tun­gen.

📈 Mieterhöhungen bleiben die Ausnahme

Trotz stei­gen­der Wohn­raum­nach­fra­ge gehen vie­le Ver­mie­ter zurück­hal­tend mit Mie­t­an­pas­sun­gen um. 43 Pro­zent ver­zich­ten bei Neu­ver­mie­tun­gen voll­stän­dig auf eine Miet­erhö­hung, wei­te­re 55 Pro­zent erhö­hen die Mie­te nur mode­rat.

Auch im Bestand zeigt sich ein ähn­li­ches Bild: Mehr als die Hälf­te der Ver­mie­ter hat im ver­gan­ge­nen Jahr kei­ne Mie­t­an­pas­sung vor­ge­nom­men. Wenn Erhö­hun­gen erfol­gen, sind meist gestie­ge­ne Kos­ten der Grund – nicht die Markt­nach­fra­ge.

🤝 Wohnungen werden häufig privat vermittelt

Ein gro­ßer Teil der Miet­woh­nun­gen gelangt gar nicht erst auf die bekann­ten Immo­bi­li­en­por­ta­le. 57 Pro­zent der Ver­mie­ter fin­den ihre Mie­ter über per­sön­li­che Kon­tak­te, Freun­de oder Bekann­te.

Mehr als jede vier­te Woh­nung wird sogar aus­schließ­lich auf nicht-öffent­li­chem Weg ver­ge­ben. Für Woh­nungs­su­chen­de ohne loka­les Netz­werk kann dies eine zusätz­li­che Hür­de bei der Woh­nungs­su­che dar­stel­len.

🔋 Sanierungsbedarf bleibt hoch

Vie­le ver­mie­te­te Woh­nun­gen stam­men aus den Bau­jah­ren 1949 bis 1994 und ste­hen damit vor ener­ge­ti­schen Her­aus­for­de­run­gen.

Zwar haben 55 Pro­zent der Ver­mie­ter bereits ener­ge­ti­sche Moder­ni­sie­run­gen umge­setzt, doch 59 Pro­zent pla­nen aktu­ell kei­ne wei­te­ren Maß­nah­men. Als wich­tigs­te Grün­de wer­den hohe Inves­ti­ti­ons­kos­ten und Unsi­cher­heit über zukünf­ti­ge gesetz­li­che Anfor­de­run­gen genannt.

🏛️ Kritik an der Politik

Wäh­rend 70 Pro­zent der Ver­mie­ter mit ihrer Ver­mie­tungs­tä­tig­keit zufrie­den sind, fällt die Bewer­tung der aktu­el­len Woh­nungs­po­li­tik deut­lich kri­ti­scher aus.

Beson­ders häu­fig genannt wer­den:

  • Bezahl­ba­rer Wohn­raum für mitt­le­re Ein­kom­men
  • Ein fai­rer Inter­es­sen­aus­gleich zwi­schen Mie­tern und Ver­mie­tern
  • Ver­läss­li­che poli­ti­sche Rah­men­be­din­gun­gen für Inves­ti­tio­nen

🔮 Blick nach vorn

Für die kom­men­den Jah­re sehen pri­va­te Ver­mie­ter vor allem Poten­zi­al in fol­gen­den Berei­chen:

🏡 Senio­ren­woh­nun­gen
🌳 Wohn­raum im Umland
🏢 Urba­ne Mikro­woh­nun­gen
⚡ Ener­gie­ef­fi­zi­en­te Immo­bi­li­en

Die Ergeb­nis­se zei­gen, dass pri­va­te Ver­mie­ter bereit sind, in zukunfts­re­le­van­te Wohn­for­men zu inves­tie­ren – wenn die Rah­men­be­din­gun­gen stim­men.

📌 Fazit

Der Ver­mie­ter­re­port 2026 zeich­net ein deut­lich ande­res Bild als vie­le öffent­li­che Debat­ten. Die Mehr­heit der pri­va­ten Ver­mie­ter besteht aus lang­fris­tig ori­en­tier­ten Eigen­tü­mern mit weni­gen Woh­nun­gen. Sie inves­tie­ren über­wie­gend zur Alters­vor­sor­ge, erhö­hen Mie­ten meist mode­rat und tra­gen einen wesent­li­chen Teil der Wohn­raum­ver­sor­gung in Deutsch­land.

Um Neu­bau, Moder­ni­sie­rung und ener­ge­ti­sche Sanie­run­gen vor­an­zu­trei­ben, braucht es daher vor allem eines: ver­läss­li­che und plan­ba­re Rah­men­be­din­gun­gen für pri­va­te Eigen­tü­mer.

Quel­le: Deutschland.Immobilien Ver­mie­ter­re­port 2026, Insti­tut der deut­schen Wirt­schaft (IW Köln), Befra­gung von 1.002 pri­va­ten Ver­mie­tern.